AKBC-Historie

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Die Geschichte des AKBC Wolfsburg

Seit nunmehr 21 Jahren ist der AKBC Wolfsburg Treffpunkt für Kickboxer, Boxer und Kung-Fu-Sportler. Antonino Spatola, der die hohe Kunst der Selbstverteidigung beim malaysischen Großmeister Shun Fok bis zur Perfektion erlernte, gründete den Amateur-Kick-Box Club e.V. im Jahr 1993, gab und gibt seither sein Wissen an gut 150 Mitglieder weiter. Spatola ist ehemaliger WAKO-Bundestrainer, besitzt den 7. Dan.

Der AKBC entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer der führenden Adressen im Kickboxen in Deutschland. Bereits im ersten Jahr sammelte der Verein niedersächsische und deutsche Meistertitel. 1994 gelang dem AKBC auch international der erste Durchbruch: Antony Spatola wurde Europameister und Vize-Europameister im Formenbereich. Im folgenden Jahr erstritt er bei der WM in Stuttgart als erster Europäer den Weltmeistertitel des Verbands WAKO. Zusätzlich erreichte Antony die Vize-Weltmeisterschaft im Doppel. Mit Alex Melcher nahm ein weiterer Wolfsburger an dieser WM teil, von dem im weiteren Verlauf noch die Rede sein wird.

Es folgen Auftritte von Antony bei der BUDO-Gala 1995 und 1997, unter anderem zeigte er sein Können einem breiten Publikum in der ausverkauften Westfalenhalle in Dortmund. 1996 kam ein weiterer EM-Titel für den Sohn des Bundestrainers hinzu und auch Alex Melcher stand jetzt ganz oben auf dem Treppchen. Sogar das Fernsehen wird jetzt auch auf den jungen Wolfsburger Verein und seine erfolgreichen Sportler aufmerksam. Auftritte von AKBC-Sportlern bei den Talkshows „SONJA“ und „ARABELLA“ sowie Interviews bei regionalen Radiosendern stehen auf der Tagesordnung. 1997 verteidigte Antony Spatola in Polen seinen WM-Titel. Sein Vereinskamerad Claudio Vigorelli nahm im Leichtkontakt bis 57 Kilogramm ebenfalls an der WM in Dubrownik und wurde Fünfter.

Ein weiterer erfolgreicher Athlet des Klubs ist Dimitri Hait. Er wurd deutscher Meister der WAKO-Pro, das heißt ohne Kopfschutz und mit einer höheren Rundenanzahl. Im Limit bis 69,1 Kilogramm treiben ihn die „Dima“-Sprechchöre seiner Fans zum Titelgewinn. Vor 1300 Zuschauern verpasste er am 13. Februar 2005 nur knapp die Krönung, den WM-Titel. Im französischen Yerville unterliegt Hait nur knapp. Im Oktober 2005 schafft Hait es vor heimischem Publikum in der Volkswagen-Stadt dann aber doch und  Dimitri Hait WAKO-Pro-Weltmeister. Den tollen Erfolg runden Alex Melcher (WAKO-Pro-Europameister im Superschwergewicht ab 91 Kilogramm), Viktor Hait (Internationaler deutscher Meister der WAKO-Pro bis 75 kg) und Doirjan Milenkovic (Internationaler deutscher Meister der WAKO-Pro bis 78 kg) ab.

Im gleichen Jahr, 1995, macht sich für den AKBC der Einstieg ins olympische Boxen bezahlt. Mit Patrick Wojcicki stellen die Wolfsburger gleich einen deutschen Meister. In der Jugendklasse bis 46 Kilogramm krallte sich Patrick den Titel, machte hier erstmals auf sich aufmerksam. 2006 folgte schon der nächste Titel für das Riesentalent, dieses Mal in der Jugendklasse bis 54 Kilogramm. Sein Klubkollege Patrick Galligha wird im gleichen Jahr deutscher Vize-Meister der Jugend bis 60 Kilogramm.

2007 setzte Europameister Alex Melcher in Ingolstadt noch einen drauf und wurde Vollkontakt-Weltmeister der WAKO-Pro im Superschwergewicht. Im Dezember 2008  verteidigte Alex seinen Gürtel in Russlands Hauptstadt Moskau und blieb so alter und neuer Weltmeister in der Königsklasse.

Auch Patrick Wojcicki schrieb weiter fleißig an seiner eigenen Erfolgsgeschichte: Den DM-Hattrick machte der Youngster in Straubing perfekt, wurde DM-Sieger im Limit bis 64 Kilogramm. Was folgte, waren erste internationale Meriten. Beim Brandenburg-Cup gab’s den zweiten Platz und Silber. Erstmals nahm 2008 mit ihm auch ein Wolfsburger Boxer an einer WM teil. In Guadalajara (Mexiko) startete Patrick im Jugend-Bereich und erboxte nach einem gewaltigen Leistungsssprung den fünften Platz. Kickbox-Talent Artur Reis stand den Erfolgen seines Kumpels in nichts nach, wurde im italienischen Neapel trotz gebrochenen Zehs Leichtkontakt-Weltmeister (bis 69 kg) der Junioren.

2009 wurde dann endgültig das Jahr von Patrick: Der AKBC richtete erstmals die deutsche Box-DM im Jugendbereich aus und Patrick enttäuschte seinen Coach und Mentor Antonino Spatola nicht. In der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm sicherte er sich im Wolfsburger CongressPark den Meister-Titel. Doch es sollte noch besser kommen: Nur wenige Monate später startete Patrick bei im Erwachsenenbereich bei der Elite-DM. In einem spannenden Finale bezwang er als Außenseiter den Gifhorner Dieter Döhl nach Punkten – und das als gerade einmal 18-Jähriger. Und so ging’s nahtlos weiter: Trotz seiner Ausbildung als Werkzeugmechaniker bei Volkswagen etablierte sich Patrick an der Spitze, wurde erster Mann im Weltergewicht und verteidigte den DM-Titel 2010 und auch 2011. Überdies sammelte er auch weiter internationale Erfahrung, gewann 2010 das Tammer-Turnier in Finnland, im Frühjahr 2011 den renommierten Chemiepokal in Halle/Saale und erkämpfte sich das Recht bei den Europameisterschaften in Moskau 2011 (Erstrunden-Aus gegen den späteren Europameister Balasz Baczkai aus Ungarn) und den Weltmeisterschaften in Aserbaidschans Hauptstadt Baku starten zu dürfen. In Baku verpasste er durch sein Aus im Achtelfinale nur knapp die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele in London. Die Teilnahmeberechtigung holte er sich ein gutes halbes Jahr später im türkischen Trabzon, wo er noch einen von zwei Quotenplätzen im Weltergewicht erreichte und als einer von vier deutschen Sportlern das London-Ticket löste. Bei den Olympischen Spielen 2012 selbst hatte Patrick Lospech, traf gleich in der ersten Runde auf den erfahrenen Franzosen Alexis Vastine und schied nach Punkten aus. Doch die Erfahrung, den Olympischen Geist und all die Eindrücke konnte ihm niemand mehr nehmen. Zurecht wurde er nach dem Jahr 2009 auch 2012 im Gartensaal des Schlosses zu Wolfsburgs Sportler des Jahres gekürt – als erster Boxer und AKBC-Sportler überhaupt. Seine unzähligen Meister-Titel im Kickboxen gehen bei Patricks Box-Erfolgen fast unter…

Doch auch im Hintergrund des Olympischen Boxens sammelte Antonino Spatolas Klub weiter Erfolge: Artur Reis, der seinen Fokus etwas mehr auf das Kickboxen legte wurde 2011 Vize-Weltmeister im Mittelgewicht. In Dublin (Irland) wurde der Vollkontaktler erst im Finale bezwungen. Reis wechselte etwas später in das Halbschwergewicht, wo er sich wohler fühlt, und wo er Patrick Wojcicki auch im Boxen nacheiferte. Sein Finaleinzug bei den deutschen Meisterschaften in Oldenburg 2012 war eine der Überraschungen der Titelkämpfe! Artur setzte diesem unerwarteten Triumph allerdings im Frühjahr 2013 selbst noch die Krone auf. Mittlerweile zurück im Kickboxen, hungerte er sich in kürzester Zeit zurück in die 75-Kilo-Klasse. Im französischen Dinard forderte er den Lokalmatador in der Höhle des Löwen und wurde durch seinen K.o.-Sieg in der siebten Runde als dritter AKBC-Sportler Weltmeister der WAKO-Pro. Im eigentlich „ungeliebten“ Mittelgewicht. Und das schon mit 21 Jahren. Damit war Artur Reis der jüngste, deutsche Kickbox-Weltmeister der WAKO-Pro.

Im Nachwuchs-Bereich wartet zudem ein weiteres AKBC-Talent darauf, auf die große Bühne zu treten…: Domenik Hirsch, aktuell in der Klasse bis 49 Kilogramm beheimatet, ist eine große Box-Zukunft zuzutrauen. Der 16-Jährige wurde von 2009 bis 2012 dreimal deutscher Box-Meister, sammelte drei weitere DM-Titel im Kickboxen. Im März 2013 gab’s seine Deutschland-Premiere im Boxen, als er bei einem internationalen Turnier in Anapa (Russland) auf dem dritten Platz landete.

2011 gab’s zudem einen weiteren Höhepunkt aus AKBC-Sicht: Nach der DM 2009 wurde der CongressPark wieder schick gemacht, zum Box-Länderkampf zwischen Deutschland und Südafrika. 400 Zuschauer – darunter Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann und Jürgen Kyas, Präsident des deutschen Box-Verbands – sahen Sport der Spitzenklasse. Und mit Patrick Wojcicki und Artur Reis auch zwei siegreiche Wolfsburger im Nationaltrikot.

20 Jahre AKBC – in dieser Zeit hat dieser kleine Verein eine ganze Menge auf die Beine gestellt, Welt- und Europameister gestellt und sogar einen Olympia-Starter hervorgebracht. Auch im Frauen- und Jugendbereich sammeln Boxer und Kickboxer des Vereins Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene und erhalten Nominierungen für den Nationalkader – das alles zeugt von toller Trainingsarbeit und viel Fleiß bei den Aktiven. „Man sollte seinen Sport lieben und gleichermaßen auf seinen Körper und Geist achten", so die Philosophie von Trainer Antonino Spatola, der überzeugt ist: „Das sind die Eckpfeiler für den Erfolg!“ Und der heißt nicht automatisch, dass man in die AKBC-Titelsammlung zuliefert – auch sich wohlzufühlen und mit sich in Einklang zu sein, ist ein persönlicher Erfolg.